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Was gutes Lernen mit Bewegung zu tun hat

6. Juli 2026by Administrator0

Viele denken beim Lernen zuerst an Ruhe und einen Schreibtisch: still sitzen, konzentrieren, nicht ablenken lassen. Bewegung scheint da eher wie das Gegenteil von Lernen zu wirken – etwas, das man danach macht, zur Belohnung oder zum Ausgleich. Dabei zeigt die Forschung ein ganz anderes Bild: Bewegung ist keine Unterbrechung des Lernens, sondern eine seiner...

Viele denken beim Lernen zuerst an Ruhe und einen Schreibtisch: still sitzen, konzentrieren, nicht ablenken lassen. Bewegung scheint da eher wie das Gegenteil von Lernen zu wirken – etwas, das man danach macht, zur Belohnung oder zum Ausgleich. Dabei zeigt die Forschung ein ganz anderes Bild: Bewegung ist keine Unterbrechung des Lernens, sondern eine seiner wichtigsten Voraussetzungen.

Was im Gehirn passiert, wenn wir uns bewegen

Bewegung steigert die Durchblutung, auch die des Gehirns. Mehr Blutfluss bedeutet mehr Sauerstoff und Nährstoffe für genau die Bereiche, die für Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Konzentration zuständig sind.

Besonders interessant ist ein Botenstoff namens BDNF (brain-derived neurotrophic factor). Er wird durch körperliche Aktivität vermehrt ausgeschüttet und unterstützt das Wachstum neuer Nervenzellverbindungen – vor allem im Hippocampus, jener Hirnregion, die für die Bildung neuer Erinnerungen zentral ist. Vereinfacht gesagt: Bewegung schafft im Gehirn bessere Bedingungen dafür, dass neue Informationen überhaupt gespeichert werden können.

Studien zur körperlichen Aktivität bei Kindern und Jugendlichen zeigen zudem, dass regelmäßige Bewegung mit besserer Konzentrationsfähigkeit, schnellerer Informationsverarbeitung und einem verbesserten Arbeitsgedächtnis einhergeht. Auch kurzfristig lässt sich das beobachten: Schon wenige Minuten Bewegung vor einer Lerneinheit können die anschließende Aufmerksamkeitsspanne messbar verlängern.

Bewegung als Ventil für Stress

Bewegung hat noch einen zweiten Effekt: Sie hilft dabei, Stresshormone wie Cortisol abzubauen. Das ist besonders für Kinder wichtig, die sich in der Schule häufig unter Druck oder überfordert fühlen. Ein angespanntes Nervensystem lernt schlechter – ein Körper, der sich bewegen durfte, kommt leichter zur Ruhe und damit auch leichter in einen Zustand, in dem Lernen überhaupt möglich ist.

Wie sich das ganz einfach in den Alltag einbauen lässt

Die gute Nachricht: Es braucht kein Sportprogramm und keine zusätzliche Verpflichtung. Oft reichen kleine, bewusst eingebaute Bewegungsmomente rund ums Lernen.

Vor dem Lernen in Schwung kommen: Eine kurze Radrunde, ein paar Minuten Trampolinspringen oder einfach im Wohnzimmer abtanzen, bevor die Hausaufgaben beginnen: Das bringt den Kreislauf in Schwung und hilft, danach leichter in eine konzentrierte Lernphase zu finden.

Bewegung wischen den Lerneinheiten: Statt in der Pause aufs Handy zu schauen, tut eine kurze Bewegungseinheit oft mehr für die nächste Lernphase: kurz tanzen, eine Runde Abfangen, mit dem Ball spielen oder eine Runde ums Haus laufen.

Beim Wiederholen Bewegung und Lernen kombinieren: Vokabeln oder Merksätze lassen sich wunderbar im Gehen wiederholen, zum Beispiel auf dem Weg zur Schule, beim Spazierengehen mit dem Hund oder beim Auf-und-ab-Gehen im Zimmer. Diese Kombination aus Bewegung und aktivem Wiederholen ist besonders wirksam.

Am Nachmittag Bewegung fest einplanen: Radfahren, Schwimmen, ein Ballspiel mit Freunden oder einfach draußen herumtoben… Wenn das einen festen Platz im Tagesablauf hat, profitieren nicht nur Laune und Gesundheit, sondern auch die schulischen Leistungen davon.

Am Wochenende gemeinsame Bewegung als Familienzeit: Ein Waldspaziergang, eine Fahrradtour oder ein Ausflug zum Kletterpark sind nicht nur schöne gemeinsame Momente, sondern auch eine sanfte Investition in die Lernfähigkeit der kommenden Woche.

Ein einfacher Gedanke mit großer Wirkung

Bewegung ist kein Umweg vom Lernen – sie ist ein Teil davon. Wenn ein Kind regelmäßig in Bewegung ist, schafft das im Gehirn bessere Voraussetzungen dafür, dass neue Inhalte hängen bleiben, dass Konzentration gelingt und dass Stress leichter abgebaut werden kann.

Es braucht dafür keine großen Veränderungen. Oft reichen schon kleine, liebevoll eingebaute Bewegungsmomente im Alltag, damit Körper und Gehirn gemeinsam ihre beste Lernleistung entfalten können.

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